Jahreskolloquium 2019 - Migration und Inklusion von geflüchteten Menschen in der Europäischen Union


Darmstadt

29./30. November 2018


Die Jahreskolloquien der Jahre 2016, 2017 und 2018 befassen sich mit dem Rahmenthema „Die Europäische Union im Angesicht zerfallender Staatlichkeit im Nahen Osten und Nordafrika“. Im Jahr 2017 hat sich der Arbeitskreis in seinem Jahreskolloquium dem Thema Terrorismus in der Europäischen Union gewidmet und im Jahr 2016 der europäischen Entwicklungsstrategie und –politik gegenüber dem Nahen Osten und Nordafrika.

 

In diesem Jahr wird das Jahreskolloquium die Integration und Inklusion von geflüchteten Menschen in die europäischen Gesellschaften diskutieren. Die Flüchtlingspolitik zeigt wie kaum ein anderes Politikfeld, wie und ob die Europäische Union ihre eigenen Werte respektiert: Als „normative power“ und Rechtsgemeinschaft, die sich auf Demokratie und Menschenrechte gründet, steht die Union vor der Verpflichtung, schutzbedürftigen Menschen Asyl vor politischer Verfolgung zu gewähren. Ebenso zeigt sich die innereuropäische Solidarität bzw. ihr Fehlen bei den Debatten um eine gerechte Verteilung der Migrant*innen innerhalb Europas und der Unterstützung für die südlichen Grenzstaaten der EU, in denen ein Großteil der Menschen auf der Flucht ankommt.

 

Die langfristige Integration der geflüchteten Menschen gehört zu den weiteren zentralen Aufgaben der Europäischen Union. Bei gelungener Integration kann Migration den demographischen Wandel in Europa abfedern, Arbeitskräftemangel in nördlichen EU-Staaten beheben sowie die Union kulturell bereichern. Im Falle gescheiterter Integration stellen sich hingegen Fragen von sozialen Brennpunkten in Großstädten, Arbeitslosigkeit und Armut und Kriminalität bis hin zu Radikalisierung und Terroranschlägen einzelner Personen.

 

Durch die Migration treten außerdem xenophobe, islamophobe und rassistische Einstellungen in weiten Teilen der Europäischen Union offen zutage. Der Aufstieg rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien und die Zunahme rechtsextremer Gewalt erfordern eine entschlossene und gemeinschaftliche Reaktion der europäischen Staaten zum Schutz ihrer demokratischen Grundwerte und des europäischen Projektes einer friedlichen und freundschaftlichen Zusammenarbeit von Völkern und Staaten.

 

Der AEI organisiert jedes Jahr ein Jahreskolloquium. Das Jahreskolloquium verbindet die Gremiensitzungen des AEI (Mitgliederversammlung, Präsidiums- sowie Vorstandssitzung) mit einer wissenschaftlichen Fachtagung, die ein aktuelles, wissenschaftlich bedeutsames und praxisrelevantes Thema der europäischen Integration aus der Perspektive der Rechts-, Wirtschafts- und Politikwissenschaft beleuchtet.

 

Die Jahreskolloquien des AEI zeichnen sich durch eine doppelte Interdisziplinarität und Vernetzung aus. So wird darauf geachtet, dass Teilnehmende und Vortragende aus der Praxis und der Wissenschaft sowie aus mehreren Fachdisziplinen vertreten sind. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Wissenschaft aktuelle Probleme aus Politik und Zivilgesellschaft berücksichtigt und Vertreter*innen aus Politik und Zivilgesellschaft wissenschaftliche Erkenntnisse in ihrer alltäglichen Praxis umsetzen können. Ziel ist es, die Wissenschaft in die Öffentlichkeit zu tragen und gleichzeitig die aktuelle politische und gesellschaftliche Agenda der Wissenschaft zu vermitteln.

 

Bei jedem Jahreskolloquium werden zwischen 50 und 80 Teilnehmende erwartet, die aus der Wissenschaft und Praxis kommen sowie auch Studierende und Promovierende beinhalten. In der Regel sind zwischen acht und zehn Vorträge aus den drei Fachdisziplinen Rechts-, Wirtschafts-, und Politikwissenschaft geplant, die wissenschaftlich fundiert, aber gleichzeitig auch für fachfremde Teilnehmende verständlich sind.



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