26. September 2019 admin

Europa handelt – Die Außenhandelsbeziehungen der Europäischen Union

Tutzing, 1.-3.- April 2016

Häufig fokussieren sich Debatten über die Außenpolitik der EU sehr stark auf den Bereich der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) und Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) und vernachlässigen den Bereich der Außenhandelspolitik, obwohl dieser zu den Feldern des Außenhandelns der EU gehört, in denen die Integration am weitesten vorangeschritten ist. Gerade der aktuelle Ukraine-Konflikt, an dessen Anfang (auch) außenhandelspolitische Fragen im Beziehungsdreieck EU-Russland-Ukraine standen, verdeutlicht aktuell die Relevanz außenhandelspolitischer Aspekte bis hin zu Fragen von Krieg und Frieden.Vor diesem Hintergrund möchte sich die Tagung mit den aktuellen Tendenzen in der EU-Außenhandelspolitik auseinandersetzen, und zwar bezogen auf die sich derzeit abzeichnende „Wasserscheide“ zwischen Multilateralismus (innerhalb der Welthandelsorganisation WTO) und Regionalismus bzw. Bilateralismus in Form von bi- und multilateralen Handels- und Investitionsverträgen.

Die europäische Außenpolitik beruht in großem Umfang auf der Nutzung handelspolitischer Instrumente, insbesondere dem allgemeinen Präferenzsystem und Handelsabkommen. In jüngerer Zeit hat dabei – nicht zuletzt wegen der geringen Erfolge im Rahmen der Doha-Runde der WTO – die Bedeutung bilateraler Handelsabkommen deutlich zugenommen.

Während die EU in der Vergangenheit Freihandelszonen und Zollunionen primär mit Beitrittskandidaten und einzelnen ausgewählten Drittstaaten abgeschlossen hat, ist nunmehr eine breite Entwicklung in Richtung auf einen durch bilaterale bzw. regionale Abkommen gestützten Freihandelsprozess zu erkennen, der sich an einem WTOplus-Ansatz orientiert und auch die wichtigsten Handelspartner der EU umfasst, wie die USA und Japan.

Durch diese Entwicklung werden zahlreiche juristische, ökonomische und politikwissenschaftliche Fragen aufgeworfen, wobei insbesondere auch zu berücksichtigen ist, dass eine Bilateralisierung in der Außenhandelspolitik nicht folgenlos für die Gesamtaußenpolitik der EU bleiben kann. Aktualität gewinnt diese Frage auch deshalb, weil die Kommission Juncker eine bessere Verzahnung von Außenhandelspolitik und GASP dezidiert als Ziel ihrer politischen Agenda ausgewiesen hat.


Einladung_Europa_handelt.pdf

Programm_Europa_handelt.pdf